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Gefahrenstelle (RSI)

Unfallanalyse

Definition

Bereich im Strassennetz, der aufgrund von Gestaltung, Zustand oder Betrieb ein erhöhtes Unfallrisiko für Verkehrsteilnehmende darstellt.

Definition

Im Kontext der Road Safety Inspection (RSI) nach SN 641 723 bezeichnet eine Gefahrenstelle jeden Bereich im Strassennetz, der aufgrund der Gestaltung, des Zustands oder des Betriebs ein erhöhtes Risiko für Verkehrsteilnehmende darstellt. Der Begriff ist breiter gefasst als in der passiven Sicherheit (SN 640 560), wo er sich auf den Seitenraum beschränkt.

Abgrenzung zur Passiven Sicherheit

Während die «Gefahrenstelle (Passive Sicherheit)» spezifisch Objekte und Bereiche im Seitenraum meint (Böschungen, Mauern, Bäume), umfasst die RSI-Definition auch:

  • Ungenügende Signalisation oder Markierung
  • Mangelhafte Sichtweiten
  • Defekte Beleuchtung
  • Schlechter Belagszustand oder fehlende Griffigkeit
  • Unzureichende Fussgänger-/Veloführung
  • Problematischer Verkehrsablauf

Erkennung

Gefahrenstellen werden bei der Strasseninspektion systematisch anhand von 7 Checklisten erfasst:

  1. Verkehrsführung
  2. Sicht
  3. Ausrüstung
  4. Zustand Verkehrsfläche
  5. Strassenrand
  6. Verkehrsablauf
  7. Baustelle

Risikobewertung

Jede erkannte Gefahrenstelle wird mittels einer Risikomatrix bewertet:

  • Eintrittswahrscheinlichkeit (häufig / gelegentlich / selten)
  • Mögliche Unfallschwere (leicht / mittel / schwer)

Das Produkt ergibt die Risikoeinstufung: klein, mittel oder hoch. Die Einstufung bestimmt die Dringlichkeit der empfohlenen Massnahme.

Normreferenzen

SN 641 723