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Road Safety Inspection (RSI)

RSI
Unfallanalyse

Definition

Proaktives ISSI-Instrument: Systematische Begehung bestehender Strassen zur Erkennung von Sicherheitsdefiziten vor Ort.

Definition

Die Road Safety Inspection (RSI) ist ein proaktives Infrastruktur-Sicherheitsinstrument. Mittels systematischer Begehung oder Befahrung werden bestehende Strassen auf Sicherheitsdefizite untersucht – unabhängig vom Unfallgeschehen.

Inspektionsarten

  • Umfassende Inspektion: Beurteilung aller sicherheitsrelevanten Aspekte einer Strecke oder eines Gebiets
  • Themenspezifische Inspektion: Fokussierte Prüfung einzelner Aspekte (z.B. nur Fussgängerquerungen oder nur Beleuchtung)

Ablauf

Der Inspektionsprozess folgt drei Phasen:

  1. Auswahl: Abschnitt/Gebiet festlegen, Vorbereitung mit Unfalldaten und Bestandsplänen
  2. Analyse: Vor-Ort-Begehung mit Checklisten (7 Prüfbereiche), Foto-/Videodokumentation, Risikobewertung
  3. Umsetzung: Massnahmenempfehlung, Priorisierung, Umsetzungskontrolle

Prüfbereiche (Checklisten)

Die Inspektion verwendet 7 standardisierte Checklisten:

  1. Verkehrsführung (Signalisation, Markierung, Geschwindigkeit)
  2. Sicht (Sichtweiten, Sichtbehinderungen)
  3. Ausrüstung (Leiteinrichtungen, Beleuchtung, Rückhaltesysteme)
  4. Zustand Verkehrsfläche (Belag, Entwässerung, Griffigkeit)
  5. Strassenrand (Hindernisse, Böschung, Bepflanzung)
  6. Verkehrsablauf (Fussgänger, Velo, ÖV, Parkierung)
  7. Baustelle (temporäre Signalisation, Sicherung)

Risikobewertung

Jedes erkannte Defizit wird mittels einer Risikomatrix bewertet: Eintrittswahrscheinlichkeit (oft/selten) × Unfallschwere (leicht/schwer) ergibt die Einstufung klein/mittel/hoch.

Normreferenzen

SN 641 723