Einzelunfallstellen-Management (EUM)
EUMDefinition
Ergänzendes ISSI-Verfahren: Analyse einzelner schwerer Unfälle zur Erkennung infrastruktureller Mitursachen.
Definition
Das Einzelunfallstellen-Management (EUM) untersucht einzelne schwere Strassenverkehrsunfälle systematisch darauf, ob infrastrukturelle Faktoren zum Unfall beigetragen haben. Im Gegensatz zum BSM (statistisches Clustering) fokussiert das EUM auf Einzelereignisse.
Verfahren
Das EUM arbeitet in drei Stufen:
1. Aufbereitung
Abgrenzung des Untersuchungsraums:
- Strecke: 500m-Abschnitt mit 100m-Pufferzone beidseitig
- Knoten: 150m-Bereich mit 50m-Pufferzone
2. Beurteilung
Einordnung des Einzelereignisses: Ist der Unfall auf einen infrastrukturellen Faktor zurückzuführen? Dazu werden Unfallhergang, Örtlichkeit und Infrastrukturmerkmale analysiert.
3. Vertiefung
Relevanz im Netzkontext prüfen: Treten ähnliche Unfälle an vergleichbaren Stellen im Netz auf? Hier fliessen Erkenntnisse aus den anderen ISSI-Instrumenten (BSM, NSM, RSI, RSA) ein.
Abgrenzung zum BSM
BSM identifiziert Schwerpunkte über statistische Häufung. EUM untersucht auch Stellen, an denen ein einzelner schwerer Unfall auf ein Infrastrukturproblem hinweist, das sich statistisch (noch) nicht als Schwerpunkt zeigt.